Open Access Basics

Open Access hat zum Ziel, wissenschaftliche Publikationen und damit wissenschaftliche Forschungsergebnisse weltweit in digitaler Form kostenlos und frei von technischen und rechtlichen Barrieren zugänglich und nachnutzbar zu machen. Mit der Unterzeichnung der Berliner Erklärung haben sich dazu führende Forschungsinstitutionen und zahlreiche Wissenschaftler*innen aus aller Welt bekannt.

Auch die Universität Greifswald empfiehlt Ihren Forschenden, Forschungsergebnisse in einem geeigneten Open-Access-Format zu veröffentlichen. Dazu zählen neben Zeitschriftenartikeln auch andere Publikationstypen wie Monografien, Proceedings oder die Veröffentlichung von Forschungsdaten. Die freie Verfügbarkeit qualitätsgesicherter Forschungsergebnisse und -daten im Open Access ist von zentraler Wichtigkeit, da sie die globale Sichtbarkeit, ortsunabhängige Verfügbarkeit und dauerhafte Zitierbarkeit der Forschungs- und Publikationsarbeit der Forschenden erhöht und nur so ein freier gleichberechtigter Zugang aller Menschen zu Forschungsergebnissen ermöglicht wird.

Open Access Team der Universitätsbibliothek Greifswald

Sprechstunde:
Montag bis Freitag 9–11 Uhr
Telefon +49 3834 420 1531
openaccessuni-greifswaldde

Was ist Open Access?

In diesem YouTube-Video führen Nick Shockey und Jonathan Eisen in die Welt des Open-Access-Publizierens ein und erklären, worum es dabei geht.


Vorteile von Open Access

  • schneller und kostenloser Zugang zu wissenschaftlicher Information
  • faire Nutzung von Steuergeldern und Richtlinien von Förderorganisationen
  • freier Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen
  • erhöhte Sichtbarkeit und Zitierhäufigkeit von Veröffentlichungen
  • Förderungen der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit
  • Verbleib der Verwertungsrechte bei den Autor*innen durch offene Lizenzen – mehr Infos
  • langfristige Verfügbarkeit der Dokumente
  • Förderung der Forschungseffizienz
  • Verbesserung der Informationsversorgung und Ausweg aus der Zeitschriftenkrise
  • Vorteile in vernetzten, IT-gestützten Arbeitsumgebungen
  • Prioritätssicherung
  • gute Auffindbarkeit über Suchmaschinen und Nachweisdienste

Wege zum Open-Access-Publizieren

1. Gold Open Access

Der goldene Weg bezeichnet die qualitätsgeprüfte Erstveröffentlichung einer Publikation in reinen Open-Access-Medien. Die Publikation ist damit sofort bei Erscheinen kostenfrei für andere und weltweit zugänglich. Auch bei einer Open-Access-Publikation fallen Kosten an. Diese werden von den Verlagen meist als Publikationsgebühr oder Article Processing Charges (APCs) den Autoren in Rechnung gestellt. Gold-Open-Access-Publikationen werden unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht.

2. Diamond Open Access

Werden bei der Erstpublikation keine Kosten an die Autor*innen weitergereicht – weder für die Veröffentlichung noch für den Zugang zu den Veröffentlichungen – dann wird dies als Diamond Open Access bezeichnet. Diamond-Open-Access-Publikationsorgane nutzen in der Praxis eine Vielzahl an Finanzierungs- und Geschäftsmodellen. Diese reichen von konsortialer Finanzierung über Etats von Bibliotheken bis zur Finanzierung durch Fachgesellschaften oder Förderorganisationen. Wenn das Publikationsorgan von Wissenschaftler*innen betrieben wird, spricht man oft vom scholar-led oder academic-led. Die Diamond-Open-Access-Publikationen werden unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht.

verändert nach Oberländer, A., „Open Access – Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“ In: Open Science. Von Daten zu Publikationen. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4018594 (2020) lizenziert unter CC BY 4.0

5. Was sind Transformationsverträge (sog. Publish-and-Read-Verträge)?

Bibliotheken verhandeln einzeln und im Verbund Open-Access-Transformationsverträge mit Verlagen, um die finanzielle Doppelbelastung durch Kosten für Subskriptions- und Publikationsgebühr auszuschließen. Diese Verträge enthalten neben dem Zugriffsmodul auf Zeitschriften auch ein Publikationsmodul für Artikel und werden deshalb auch Publish-and-Read-Verträge genannt. Ziel dieser Verträge ist es, in absehbarer Zeit ein offenes System wissenschaftlicher Publikationen zu etablieren, das ohne Bezahlschranken funktioniert. Hier finden Sie die Übersicht der Transformationsverträge der Universität Greifswald.

Nach open-access.network, „Wege der Open-Access-Publikation“ (2021) lizenziert unter CC BY 4.0

3. Green Open Access – die Zweitveröffentlichung in OA

Der grüne Weg bezeichnet die zusätzliche Veröffentlichung einer Publikation auf institutionellen oder fachlichen Repositorien. Publikationen, deren Erstveröffentlichung in einer kostenpflichtigen Zeitschrift bzw. einem Verlag erfolgte, werden so kostenfrei zugänglich gemacht. Dies kann je nach Verlagspolitik und Vertragsbedingungen entweder zeitgleich oder nach einer Sperrfrist bzw. einem Embargo von meist 6–24 Monaten geschehen. Seit 2019 können Greifswalder Wissenschaftler*innen auf dem Publikationsserver der Universität Greifswald Publikationen in Open Access sowohl erst- als auch zweitveröffentlichen.
Weitere Informationen zu unserem Veröffentlichungsprozess, Lizenzen und Dokumentanforderungen finden Sie hier.

4. Hybrid Open Access

Zusätzlich zum Goldenen Weg bieten einige Verlage auch hybride Open-Access-Modelle an. In solchen hybriden Zeitschriften werden sowohl kostenpflichtige Aufsätze veröffentlicht als auch solche, die frei zugänglich sind und für die Open-Access-Publikationsgebühren (APCs) anfallen. Dieses Modell hat den großen Nachteil, dass eine Institution, welche solche Zeitschriften abonniert, doppelt an den Verlag zahlt: einmal die Subskriptionsgebühr, um die kostenpflichtigen Aufsätze zugänglich zu machen, und zusätzlich die APCs für die Open-Access-Publikation. Um dieses sogenannte „double dipping“ zu verhindern, entstanden Open-Access-Transformationsverträge.

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Eine Reihe an Onlinekursen des open.acces.network rund um Open Access