Bestandsprofil der UB Greifswald

Insgesamt verfügt das Bibliothekssystem der Universität Greifswald über rund 3,2 Millionen Bücher, Zeitschriftenbände und andere Medien sowie über eine Fülle an Datenbanken und elektronischen Volltexten für den Onlinezugriff.

Mit diesem Angebot versorgt die Universitätsbibliothek etwa 10.000 Studierende und 2.080 wissenschaftliche Universitätsangehörige sowie die regionale Öffentlichkeit mit der Gesamtheit wissenschaftlicher Information.
Sie ist eine Universalbibliothek für die Hochschule, eine in der Breite aller Fächer angelegte wissenschaftliche Allgemeinbibliothek. Fachgebiete, die an der hiesigen Universität nicht gelehrt werden (wie Bauingenieurwesen, Tiermedizin oder Arabistik) sind allerdings nicht so spezialisiert vertreten wie andere.

Der Gesamtbestand ist elektronisch recherchierbar.

Recherche in den Beständen der Universitätsbibliothek

Stellvertretend für alle anderen deutschen Bibliotheken betreute die Universitätsbibliothek Greifswald von 1998 bis 2014 das DFG-Sondersammelgebiet Baltische Länder, in dem nach einem bestimmten Fachprofil Literatur aus und über Estland, Lettland und Litauen so vollständig wie möglich fortlaufend gesammelt und erschlossen wurde.
Ein übergreifender Nachweis findet mit der Onlinedienstleistung der Virtuellen Fachbibliothek Nordeuropa und Ostseeraum - vifanord statt. Ab 2015 ist das Sondersammelgebiet Baltische Länder eingestellt worden, die Bestände aber weiterhin verfügbar.

Spezialsammlungen, Alte Drucke, Nordeuropa-Schwerpunkt

Ein sehr reicher Altbestand wird aus der mehr als 400jährigen Sammlungsgeschichte der Bibliothek gepflegt und genutzt: ca. 200.000 gedruckte Bände von den Anfängen des Buchdrucks bis zum Druckjahr 1850 sowie 1300 Handschriftencodices und Konvolute, darunter über 50 mittelalterliche Handschriften, über 6000 Briefe und Autographen.

Besonders bemerkenswert ist die Vielzahl an wertvollen schwedischen und finnischen Drucken, die aus der mehr als 180 Jahre dauernden Zeit der Zugehörigkeit Greifswalds zu Schweden (1648-1815) resultieren, zumal die Greifswalder Universitätsbibliothek einige Zeit sogar das Recht auf Pflichterhalt aller Drucke des schwedischen Reiches beanspruchen konnte.

Die weitgefasste Erwerbung von Literatur zu Nordeuropa und dem Ostseeraum ist auch zur DDR-Zeit fortgeführt und heute als Stütze für eine der Schwerpunktausrichtungen der Universität in den Angeboten der Bibliothek erheblich ausgebaut worden.

Unter den alten Drucken befinden sich 313 Inkunabeln (früheste Wiegendrucke vor 1500), fast 5.400 alte Drucke aus dem 16. Jh., nahezu 13.500 aus dem 17. Jh. und 23.000 aus dem 18. Jh. Auch die Altbestände bis 1850 sind bereits vollständig in der Katalogdatenbank, dem OPAC verzeichnet. Der Altbestand ist durch eine Gruppensystematik (Realkatalog) erschlossen, in der alle Literatur bis zum Erwerbungsjahr 1959 verzeichnet worden ist. Dieser Realkatalog ist in digitalisierter Form im Internet verfügbar.

Von den während des zweiten Weltkrieges ausgelagerten Beständen fehlen ca. 20.000 Bände. Sie sind zumindest teilweise heute in der Universitätsbibliothek Torun befindlich. Dazu gehören neben der Niederdeutschen Abteilung (1942 14.300 Bände) und der Bibliothek des Greifswalder Professors für Metaphysik und Logik Peter Ahlwardt (1710-1791) (über 3000 Bände) auch die Sammlung von Werken Ernst Moritz Arndts, zahlreiche Kupferwerke und Landkarten.

Pomeranica

Einen besonderen Platz innerhalb des Altbestandes nehmen die Pomeranica ein, die Literatur aus und über Pommern und das vorpommersche Bundesland beinhaltet. Die Universitätsbibliothek versteht sich in ihrer Archivfunktion als pommersche Regionalbibliothek. Pomeranica werden soweit möglich vollständig erworben und bereitgestellt. Neuere Pomeranica (nach 1850) sind in einer Spezialsammlung in der Alten Bibliothek zusammengeführt, die ältesten Pomeranica sind dagegen innerhalb des Bestandes der alten Drucke eingeordnet. Die berühmte Personalschriftensammlung Vitae Pomeranorum umfasst ca. 9.000 kleinere Drucke aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

Weitere Spezialsammlungen

Die Bibliothek verfügt über mehrere weitere Sonderbestände, die mehrheitlich vor 1945 angelegt worden sind. Am bedeutendsten ist darunter die „Bibliothek Wolgast“ mit 554 verbliebenen Bänden aus säkularisierten Klöstern der Umgebung, zu der auch ein rarer Bibeldruck von ca. 1460 gehört, die gutenbergzeitliche „B-36“. Ferner wurden eine Ernst-Moritz-Arndt-Sammlung sowie eine Sammlung mit Ausgaben der Schriften des schwedischen Literaten und Wissenschaftlers Thomas Thorild (Thorén) angelegt. Der Bestand an alten Zeitungen bis zum Erscheinungsjahr 1945 besteht aus über 470 Titeln. Unter den Dissertationen schließlich befinden sich rund 65.000 Titel, die vor 1900 veröffentlicht wurden. Zu den Spezialbeständen gehören ferner zahlreiche Schul- und Universitätsschriften sowie einige Nachlässe.

Im Handbuch der historischen Buchbestände, Bd. 16: Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg (1996) werden die Altbestände der Universitätsbibliothek sehr eingehend beschrieben.

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